Abstandsregelungen beim Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen (GVP) in der Nähe von Schutzgebieten

UFOPLAN 2003 FKZ 803 89 010

Projektleitung:

Prof. Dr. Juliane Filser

Projektkoordination:

Dr. Hauke Reuter

PD Dr. Broder Breckling

In dem Projekt sollen Maßnahmen zur Bewahrung von Schutzgebieten vor möglichen Beeinträchtigungen durch einen großflächigen Anbau von gentechnisch veränderten Organismen formuliert, diskutiert und auf ihre Wirksamkeit hin evaluiert werden. Hierzu erfolgt eine Zusammenstellung unterschiedlicher, aktuell in Genehmigungsverfahren anstehender gentechnisch veränderter Kulturpflanzen, ihrer gentechnisch vermittelten Eigenschaften sowie ihres ökologischen Wirkungspotenzials.

Ein Schwerpunkt der Arbeiten liegt in einer Ausarbeitung ökologischer Zusammenhänge im Hinblick auf Raps und Mais als diejenigen Arten, deren potenzielle Auswirkungen und Verwendungen im Mitteleuropäischen Raum von prioritärer Bedeutung sind. Dabei wird ein hypothesengeleiteter Ansatz verwendet. Dieser Ansatz systematisiert ausgehend von den Eigenschaften der Pflanze und der transgenen Veränderung mögliche ökologische Wirkungsketten über verschiedene Ebenen - vom Einzelorganismus bis zum Landschaftszusammenhang.

Mais-Durchwuchs auf einer Feldbrache 
in einem Landschaftsschutzgebiet bei Bremen

 

Informationen zur Anbaupraxis, dem Dispersionspotenzial sowie der räumlichen Verteilung potenzieller Hybridisierungspartner (z.B. Ruderalraps) werden ausgewertet und verknüpft. Damit wird angestrebt, die Implikationen für die genetische Vielfalt, die Artenzusammensetzung und Ökosystemfunktionen von Schutzgebieten zu analysieren.

Zur Identifikation von Regionen, für die besondere Maßnahmen erforderlich werden können, werden die kartographischen Informationen der räumlichen Verteilung der deutschen Schutzgebiete mit Daten u.a. zu angebauten Pflanzen, Schlaggrößen etc. aus den lokalen Agrarstatistiken extrahiert und in Beziehung gesetzt.

Mit exemplarischen modellgestützten Szenarienrechnungen auf der Basis von unterschiedlichen Abstandregelungen soll eine Fall zu Fall Evaluation angeschlossen werden. Die räumlichen Daten werden in einem geografischen Informationssystem (GIS) bearbeitet und visualisiert. Abschließend werden Handlungsempfehlungen insbesondere zu Abstandsregelungen abgeleitet sowie die Praktikabilität und Wirksamkeit der Maßnahmen eingeschätzt.

Ruderalraps im Abstandsgrün
einer viel befahrenen Straße
im Hafenrandbereich in Bremen

 

Das Gesamtvorhaben wird im Rahmen von 3 Teilvorhaben bearbeitet:

Teilvorhaben 1: Wirkungsanalyse und abschließende Synthese. Universität Bremen, UFT, Abteilung: Allgemeine und theoretische Ökologie.

Bearbeiterin: Gertrud Menzel gmenzel@uni-bremen.de

 

Teilvorhaben 2: Bundesweite geografische Analysen

Auftragnehmer: Prof. Dr. W. Schröder

Bearbeiter:

Ingo Lünsmann

Gunther Schmidt

Institut für Umweltwissenschaften Hochschule Vechta

Teilvorhaben 3: Exemplarische, fallbezogene Modellanalysen

Auftragnehmer:

Dr. Wilhelm Windhorst

Dr. Ulrike Middelhoff

Universität Kiel, Ökologie-Zentrum

BearbeiterInnen:

Dr. Ulrike Middelhoff

Jörg Tillmann

Ökologie-Zentrum Universität Kiel